Warum Golf süchtig macht

Altherrensport? Von wegen. Elitär? Das war vielleicht mal so. Haben Sie eine Ahnung. Kaum einem Sportler schlagen so viele Vorurteile entgegen wie einem Golfspieler. Dabei erfüllt kaum ein Sport die Ursprünglichkeit, mit der sich Menschen ihrem liebsten Zeitvertreib widmen.  Golf nimmt uns gefangen, sobald die ersten Bälle fliegen. Golf packt uns, wenn wir schnell Verbesserungen sehen. Golf ist omnipräsent, weil wir überall und an jedem Ort etwas für uns und unser Spiel tun können. Wenn man so will, ist Golf pure Magie und durchströmt unsere Adern. Und die Überlebensrate ohne Blut ist bekanntlich begrenzt.

Es sind diese Momente, wenn Sie sich plötzlich öffnen für etwas, was Sie bislang gar nicht auf dem Schirm hatten. Ein Aha-Erlebnis der besonderen Art eben, sobald Sie sich entschließen, Vorurteile hinter sich zu lassen und einer Herausforderung entschlossen begegnen. Aber Vorsicht! Das kann schnell gehen. Sogenannte Schnupperkurse und Platzreifekurse vermitteln eine erste Ahnung von dem, was da auf Sie zukommen könnte. Der erste Golfball in der Hand ist ein spürbares Erlebnis - ein schmeichlerisches Kleinod mit seinen vielen ganz exakten Einkerbungen, die ihn wie von Zauberhand getragen auf einem Luftkissen über die Spielbahn schweben lassen. Der Schläger in Ihren Händen, ein Eisen 7 vielleicht, versprüht einen rustikalen Hauch und gleicht einem wuchtigen Werkzeug genau wie einem eleganten Kunstwerk. Was Sie damit alles anstellen können, und das wird weit weniger von Kraft als vielmehr Geschick beeinflusst.

Golf geht immer. Drahtige Jungspunde lernen ihre ersten demütigen Übungen auf den Grüns, Anzugträger lassen ihren Bürostress weit hinter sich,  Herren in den besten Jahren entdecken bei der wöchentlichen Runde mit den Stammtischfreunden das Zocker-Gen in sich, und in Ehren ergraute Damen lassen es sich nicht nehmen, sich diebisch über einen gelungenen Schlag zu freuen.  Golf ist generationsübergreifend, wir können für uns spielen, miteinander, gegeneinander und wandeln zielsicher auf einem spannenden Grat. Auch deswegen macht Golf süchtig.

Nirgendwo verschwimmt die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn schneller und häufiger als auf dem Golfplatz. Wer sich gerade gefeiert hat, ist im nächsten Moment der Verzweiflung nahe, wenn sein von großem Optimismus getragener Abschlag einen halben Meter zu kurz ausfällt und statt auf dem Grün im Wasser landet. Bei gestandenen Mit-Vierziger steigt der Puls vor einem Turnier in gefährliche Höhen, Mantra-Artig murmeln sie Gleichnisse vor sich hin, wohlwissend, dass diesmal der Faktor Glück das in der letzten Woche ausgefallene Training ausgleichen muss. Die kurze Putting-Matte im Büro hat schon ihren Sinn, ein paar Dehnübungen am Frühstückstisch machen verkürzte Muskeln wieder munter, und wer sieht Sie schon, wenn Sie im Garten die kurzen Chipps üben, die zuletzt nicht recht funktionieren wollten. Golf hat Sie gepackt? Kein Wunder.

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25.06.2019